Hier nimmt jetzt der Wahnsinn Formen an!
* Dieser Text wurde 2004 geschrieben und beim Relaunch fast unverändert übernommen *
Das ist der
Bereich, der mir in den kommenden Wochen und Monaten noch viel Spaß
und viel Ärger machen wird.
Wahrscheinlich werde ich irgendwann sogar den Tag verfluchen, an dem ich beschlossen
habe, die Katastrophe auch noch im Web zu dokumentieren. Jetzt, sozusagen
"vor dem ersten Spatenstich" will ich nur eine ewige Wahrheit zum
besten geben:
Mache nichts, aber auch gar nichts, bevor nicht das gesamte Material,
bis hin zum letzten Schräubchen für die Spannstababdeckung, vor
Dir auf dem Tisch liegt!
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Der
Juni geht zu Ende und ich habe angefangen! Die ersten Schritte waren
das Erstellen der Frässchablonen und... Was noch fehlt, sind die Schablonen für Pickup- und Halsauschnitt, für das E-Fach und für die Ausklinkung für den Funksender. Alles zu seiner Zeit! |
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| Inzwischen
ist es Juli! Der Halsrohling hat seine angeschäftete Kopfplatte
bekommen. Und ich habe das Problem gelöst, wie ich die ganze
Elektronik im E-Fach so unterbringe, dass es von vorne auch noch gut
aussieht. Göldo hat immer noch nicht (bzw. 3mal (!) den falschen)
Halsspannstab geliefert und ich bin also blockiert. Ein Nachbar zeigt
unerfreuliches Interesse an der Sommer-Werkstatt. |
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| Göldo hat immer noch nicht geliefert. Das schlechte Wetter hat es erträglich gemacht, nicht weiterbauen zu können.
Mit der Wetterbesserung habe ich dann angefangen, die Schablone auf den Korpusrohling zu übertragen. Um wenigstens irgendetwas zu tun. |
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Der Mahagoniteil des Korpus ist ausgesägt und wird derzeit beigefräst und beigeschliffen. Sobald die Oberflächen geglättet sind, wird als Holzschutz eine Unterlage benötigt. Ich verwende hierzu gerne Noppenfolie, die entsorgt wird, wenn sie zu stark verschmutzt ist. In Wolldecken etc. können sich Späne festsetzen, die zum unpassendsten Zeitpunkt - also unmittelbar vor dem Ölen - kleine aber unübersehbare Kratzer verursachen. |
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| Mit
Holzbohrern verschiedener Durchmesser sind die Hohlfräsungen vorgebohrt
worden. Die Bohrtiefe ist so gewählt, dass mit dem anschliessenden
Fräsgang auch die Löcher von den Bohrerspitzen wieder entfernt
werden, ohne dass die Rückseite dadurch zu dünn wird. |
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| Ich
habe angefangen, die Birnendecke auf Stärke zu schleifen. Bandschleifer
flüstern nie und der Nachbar auch nicht mehr. Es gibt zu wenig Verständnis
für handwerkliche Kunst. Nach geradezu unfasslichen 8 Wochen sah sich die Firma Göldo in der Lage, mir den bestellten Halseinstellstab zu liefern. Jetzt sind alle Teile da! Die Decke ist grob ausgesägt worden. Erneute Prüfung, ob die Stoßfuge gerade und rechtwinklig ist. Die beiden Nägel in der Decke sitzen im Bereich der Ausschnitte für Hals und Steg-Pickup. Sie dienen dazu, das Verrutschen der Decke beim Aufleimen zu verhindern. Dann wurde die erste Deckenhälfte auf den Korpus geleimt. Insgesamt 15 Schraubzwingen waren nötig, um die Decke allseits zuverlässig mit dem Korpus zu verpressen. Mit der zweiten Deckenhälfte dann "same procedure as every year". |
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Nachdem
der Leim jeweils 24 Stunden aushärten durfte, wurden die Zwingen
entfernt. Ein intensiver Zwischenschliff entfernt entstandene Kratzer
von Boden und Decke. |
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| Und jetzt wieder die schöne Kehrseite. Ich habe das E-Fach aufgefräst und begonnen, die Ausfräsung zur Aufnahme des Funksenders zu machen. Letzteres ist ein extrem kniffliger Job, weil es eine unregelmäßige Form ist, die gefräst werden muss, also de facto freihändiges Fräsen. |
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| Das
Wetter hat es nicht gut mit mir gemeint! Trotzdem gibt es Fortschritte:
Der Korpus ist mit der groben und der mittleren Holzraspel bearbeitet
worden. Man sieht inzwischen den Rippenspoiler, die Abschrägung für
den rechten Unterarm und die Verrundung der Korpuskanten. Außerdem habe ich am Hals weitergearbeitet. Die obere Seite ist ausgesägt und beigeschliffen. Seit heute ist auch der Schlitz für den Halsspannstab gefräst. |
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Es
war lange ruhig auf der Site. Bassertreffen, Urlaub schlechtes Wetter,
andere wichtige Vorhaben. Der spezielle Irrsinn an dieser Stelle: Aufsägen eines Reststücks Birnenholz und nachfolgendes Herunterschleifen auf 3mm Stärke, um ein attraktives Kopfplattenfurnier zu erhalten. |
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Ich
habe die Bundschlitze ins Griffbrett gesägt. Dreimal gemessen und
doch einen Fehler gemacht. Ein falsch platzierter Bundschlitz wurde
mit einem Ahornfurnier gefüllt und wird mich immer draran erinnern,
dass man mindestens viermal messen muss. |
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| Der nächstfolgende Schritt ist die Bundierung. Dazu wird der Bunddraht (mit einer Zugabe) abgelängt und auf einen etwas kleineren Radius als das Griffbrett gebogen. Ein Brett mit numerierten Bohrungen sorgt dafür, dass die Drahtstücke nicht verwechselt werden. |
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Im nächsten Schritt wird das Griffbrett abgeklebt und die Bünde
werden mit dem Bundierhammer eingeschlagen. Bei sauber und eng gesägten
Bundschlitzen muss man dabei kräftig zulangen. Da lose sitzende Bünde
die Schwingungsübertragung negativ beeinflussen, verleime ich den
Bunddraht zusätzlich. Ich verwende dazu den üblichen synthetischen
Holzleim, leicht mit Wasser verdünnt und mit Schleifmehl vom Griffbrettholz
vermischt. Letzteres hat nur optische Gründe. Nach dem Aushärten des Leims werden die überstehenden Bunddrahtenden mit dem Vorschneider abgezwickt. Dann wird mit der Feile beigeschliffen bis zum Griffbrett. Es folgt das Anschrägen der Bunddrahtenden auf ca. 70 Grad mit anschliessendem Feinschliff und Politur. Nächster Schritt ist das Nivellieren der Bundkronen mit der Feile. Da hierdurch die Kronen abgeflacht werden, müssen sie im Anschluss mit einer Bundfeile verrundet werden und abschliessend poliert. Dazu nutze ich feinste Stahlwolle . |
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| Nachdem
der Hals so weit vorbereitet ist, kann die Halstasche im Body ausgefräst
werden. |
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| Im Anschluss daran habe ich begonnen, die Halsrückseite mit dem Ziehhobel zu verrunden und den Hals weitgehend fertig zu machen. Die Mechaniken sind aber noch nicht fest montiert, sondern nur zu Kontrollzwecken eingeschraubt worden |
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Der
Korpus hat inzwischen die Bohrungen für die Saitenhalter der Bridge.
Die Ausfräsungen für die Pickups sind ebenfalls fertig und
die Verbindung zum E-Fach ist gebohrt. |
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Einmal
war der Bass schon montiert, wenn auch noch ohne Elektronik. Irgendwann
muss man ja mal herausfinden, wie er in der Hand liegt. |
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Jetzt war hier lange Ruhe, weil ich kaum zum Weiterbauen gekommen bin. Aktueller Stand ist, dass der Korpus fertig ist! :-))) Viele kleine Dinge sind getan:Nachdenken über die beste Positionierung der Potis und Bohren der entsprechenden Löcher. Batteriefach auffräsen und einbauen. E-Fach mit Kupferfolie zur Abschirmung auskleiden. Und davor, dazwischen und danach: Schleifen, schleifen, schleifen, schleifen, ... Körnungen: 120, 240, 400, 600, 1000 Dann sorgfältig entstauben mit Spiritus und wieder schleifen. Anschliessend ölen mit Auro Grundieröl. Durchtrocknen lassen und wiederholen. Und dann? Nassschliff mit Grundieröl und 1000er Körnung. Reinigen, trocken lassen. Dann Auro Hartöl, zweimal mit Nass-Zwischenschliff. Und dann mit feinster Stahlwolle mattieren und anschließend polieren. Als ob der Wahn mit dem Kopfplattenfurnier nicht gereicht hätte, habe ich ein Reststück vom Mahagoni aufgesägt und dann so geschliffen, dass daraus eine hölzerne und fast masergenaue E-Fach-Abdeckung wurde. Et voila! |
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| Der
Hals ist inzwischen auch schon weiter gediehen, muss aber noch etwas nachgeformt
werden und die Bünde müssen noch einmal nivelliert, verrundet
und poliert werden. Bevor der Hals geölt werden kann steht noch die Lieferung und der Einsatz des Brennstempels mit dem Logo an. |
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So, lange genug
angekündigt war es ja: Der Bass ist fertig! Alles erledigt! |