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Rumblebird's Bass Page
The Midge

The Midge entstand in der Zeit, als ich mich verstärkt in einer Bassisten-Community engagiert hatte. Auf Grund der aus dieser Community kommenden Nachfragen habe ich den Bau relativ detailliert dokumentiert, was man hier weiterhin sehen kann.

Der Name dieses Basses ist einem Scherz mit einer sehr lieben Freundin zu danken.

design:
Viersaiter mit Kopfplatte stand wieder von vorneherein fest. Aber diesmal als neue Herausforderung ein Schraubhals mit Bundierung. Aus klanglichen Gründen gleich einer mit Nullbund.

Da reversed headstocks schon immer eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt haben, wollte ich so einen auch einmal bauen.

Und dann war da noch der Wunsch, diesmal mit Hölzern zu bauen, die optisch etwas mehr hergeben.

Weil ich herausfinden wollte, wie das klingt, wurde der Bass als Konstruktion mit großen Hohlkammern im Korpus angelegt.

Klanglich sollte das ein Bass werden, der einfach nur gewaltig Schub macht. Also gute Tonabnehmer von Harry Häussel und eine aktive Zweiband-Elektronik von Klaus Noll.

materials:
Bei einem kleinen Laden in der Nähe habe ich günstig eine wunderschöne geflammte Planke Birnenholz bekommen. Dazu ebenfalls dort einen guten Block Swietenia-Mahagoni.

Der Hals besteht aus nett geflammtem Riegelahorn, das Griffbrett aus Katalox.

construction:
Mahagoni bringt nicht nur ein sehr gutes klangliches Fundament, es ist auch ein sehr angenehm zu bearbeitendes Holz! Also ziemlich genau das Gegenteil von Birne, die extrem hart ist und beim Hobeln zum Ausreißen neigt. Katalox ist noch schlimmer als Ebenholz zu bearbeiten, weil es leichter splittert.

Die Bauphase selbst ist ja hier ausführlich nachzulesen und anzuschauen, deshalb sollen ein paar Besonderheiten reichen.

Die Brückenkonstruktion von Jens Ritter hatte mir schon lange gut gefallen. Also habe ich ihn angemailt, angerufen und dann besucht. Als er sein anfängliches Misstrauen überwunden hatte, bekam ich den Steg und auch noch weiteres Kleinmaterial.

Ebenfalls bei Jens und anderen abgeguckt ist die Neigung des vorderen Tonabnehmers um 7° gegen die Achse. Das gibt den dünnen Saiten etwas mehr Wärme und behebt damit einen klanglichen Mangel, der mich schon seit vielen Jahren stört.

Als Tonabnehmer sitzt in Halsposition ein Jazz und am Steg ein Jazzbucker BigMag. Beide von Häussel und beide im Ebenholzgehäuse. Der Jazzbucker kann über einen Kippschalter seriell (mein Favorit), parallel oder als Singlecoil mit der vorderen(!) Spule betrieben werden. Die Zweiband-Elektronik von Noll kann über ein Push-/Pull-Poti passiv geschaltet werden. Hierbei steht dann eine Höhenblende zur Verfügung.

Ich benutze zum Spielen einen Sender, der komplett am Klinkenstecker untergebracht ist, also ohne Bodypack. Dieser Sender ist bei Bässen mit Zargenbuchse immer bruchgefährdet. Also habe ich dem Bass eine Ausfräsung spendiert, in der der Sender komplett verschwindet. Und setze mich damit freiwillig dem Full-Playback-Verdacht aus :-)))))

Als Finish wurde Auro Grundieröl und Auro Hartöl verwendet, ohne jede Beize. Dadurch erhält das Holz einen leichten Honigton, der die Maserung sehr schön zur Geltung bringt.

lessons learned:
Der zweite Bass geht schon deutlich schneller (ca. 120 Stunden) als der erste :-) Und das Lernen nimmt keine Ende. Wobei der Kontakt zu einem guten Bassbauer manchen Irrweg vermeidet und Aufwände reduziert.

Nützlicher als gutes Werkzeug ist: besseres Werkzeug.

Man kann eine ganze Menge Bass bauen ohne Elektro-Werkzeug!

Klanglich bin ich ziemlich genau da gelandet, wo ich hinwollte: wuchtiger Bass aus dem Mahagoni, die Höhen aus der Birne und der Knack aus dem Ahornhals. Dazu eine PU-Elektronik-Kombination, die flexibel ohne Ende ist!

Don'ts?
Was ich erst im Nachhinhein erfahren habe: Wenn man Teile zusammenleimt (wie meine bookmatched Decke), dann verleimt man erst diese Teile und erst danach das ganze auf den Boden. Der Preis für dieses Nichtwissen ist eine sichtbare Fuge auf der Decke des Basses.
Ärgerlich sind natürlich auch der Ausrutscher beim Ausfräsen der Halstasche und der Fehlschnitt beim Einsägen der Bundschlitze. Ersteres ist aber im fertigen Instrument unsichtbar, letzteres kann nach der Anschaffung einer Bundlehre für 34"- und 35"-Mensur nicht mehr passieren.

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